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Butlerin

Weibliche Butler - Die Butlerin an der Seite des generischen Maskulinums

Die Gleichbehandlung der Geschlechter ist ein großes Thema. Seit Jahrzehnten schlendern und gendern wir nun durch die deutsche Sprachlandschaft. Beim Gendern durch die Berufe kommen wir an Manager*innen, Ärzt*innen, Arbeiter*innen, Innenarchitekt*innen, Lehrer*innen oder Journalist*innen vorbei. Uns fällt auf, dass der Butlerberuf ein klassisches Beispiel für das generische Maskulinum ist: Denn wer nach der Butlerin sucht, findet stets: DEN Butler.

Die Butlerin ist eine Butlerin ist eine Butlerin ist eine Butlerin ist eine …

Der Butlerberuf ist traditionsgemäß männlich. Immer noch finden wir im Internet Texte, die den Butler als männlich und allen Bediensteten übergeordnet beschreiben. Das weibliche Pendant wäre dann die Hausdame oder Haushälterin – weit entfernt vom Prestige eines Butlers. Das war einmal. Obwohl der englische Schriftsteller Horace Smith, man höre und staune, die erste Butlerin bereits im 19. Jahrhundert erwähnte.

Für weibliche Butler kursiert auch die Bezeichnung Butleresse. Für uns liegt diese adrette Bezeichnung gefühlt unterhalb der professionellen Augenhöhe. Eine Masseurin ist auch keine Masseuse, eine Regisseurin keine Regisseuse. Bei BCM bevorzugen wir daher die Bezeichnung Butlerin. Übrigens hat sie auch schon den Weg in den Duden gefunden.

Die Butlerin ist diskret und vertrauenswürdig

Warum sollte dieser Beruf nicht für Frauen geeignet sein? Hat das etwas mit einem männlich geprägten Weltbild zu tun? Warum sind Männer die besseren Hausmanager? Weil Manager insgesamt immer noch überwiegend männlich sind? Es stellen sich uns viele Fragen. Eindeutig für den Einsatz von weiblichen Butlern – Verzeihung: von Butlerinnen – spricht die Tatsache, dass sogar Queen Elizabeth II im Jahr 2003 erstmals eine Butlerin einstellte.

Vermutlich trug dazu die unrühmliche Geschichte von Paul Burrell, Prinzessin Dianas Butler, nicht unerheblich bei. Weil er des Diebstahls bezichtigt wurde, hatte Burrell sich an den Royals gerächt und in einer „Daily Mirror“-Serie detailreich Klatsch und Affären der Windsors ausgeplaudert. Nicht umsonst gehören also Diskretion und Vertrauenswürdigkeit zu den wichtigsten Eigenschaften in diesem Beruf.

Die Butlerin ist eine gute Gedankenleserin

Frauen sind in der Regel immer noch die Familienmanager. Wir können Kindererziehung und -versorgung, Partnerschaft, Haushalt und Beruf gleichzeitig organisieren. Dabei helfen uns Erfahrung, Pragmatismus, Idealismus, Durchhaltevermögen, Resilienz sowie Empathie. Dass Frauen sich besser als Männer in andere hineinversetzen können, bestätigte 2022 eine internationale Studie: 300.000 Menschen aus 57 Ländern sollten anhand des „Augentests“ erkennen, was eine Person denkt oder fühlt. Grundlage waren ausschließlich Fotos von der Augenregion eines Menschen. In 60 Prozent der Länder lagen Frauen eindeutig vorn. Sind wir Frauen also nicht geradezu geschaffen für den Butler*innen-Beruf?

Erfolgreiche Frauen vertrauen gern Frauen

Wie häufig gibt es Butlerinnen eigentlich? Schätzungen zufolge sind es bisher etwa 15 bis 20 Prozent, die Tendenz ist aber steigend. Inzwischen wird die Butlerin ebenso häufig angefragt wie ihr männlicher Kollege. Weibliche Prominente haben gerne weibliche Vertraute um sich. Man denke nur an Eva Christiansen, die 16 Jahre lang engste Beraterin der ehemaligen Bundeskanzlerin war. In von Männern dominierten Kreisen sind weibliche Allianzen also durchaus begehrt. Frauen, die die vielzitierte „Glasdecke“ ins Top-Management durchbrechen, fühlen sich häufig von Frauen besser gesehen als von ihren männlichen Kollegen, vor allem in männlich dominierten Berufen: Komplizenschaft statt Konkurrenz. Das eröffnet auch weiblichen Butlern – Verzeihung: von Butlerinnen – neue Perspektiven im Management von Politikerinnen, Unternehmerinnen oder Künstlerinnen.

Selbstvertrauen und Selbstreflexion bei BCM

Wir wollen in der Betrachtung des Top-Managements aber nicht von alten in neue Stereotypen verfallen und das „female leadership“ als solches preisen. Aktuelle Studien zeigen, dass Unternehmen, deren Schicksal sowohl männliche als auch weibliche Führungskräfte lenken, besonders gut performen. Weibliche Führungskräfte sind einfach, ebenso wie Männer, Menschen, die führen und Verantwortung übernehmen. Dabei hat jeder seinen Stil. Nur ist das Selbstvertrauen möglicherweise im männlichen Geschlecht stärker verankert als im weiblichen? Selbstvertrauen UND Selbstreflexion sind wichtige Eigenschaften im Topmanagement. Letzteres ist bei Frauen prinzipiell stärker ausgeprägt als ersteres. Beides kommt in der Ausbildung zur Butlerin bei BCM ausführlich zur Sprache.

Bezahlte Verantwortung

Last but not least: Im Gegensatz zu vielen anderen herausfordernden Aufgaben, die Frauen übernehmen, macht sich Verantwortung in diesem Beruf bezahlt. Die Butlerin verdient ebenso gut wie der Butler.

Illustrationen © Michael Kausch, erstellt mit KI (DALL E3) am 16.10.23 um 10:46 und am 18.10.23 um 16:15.

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